Aber das Bild war noch da

Belletristik

Christian Mähr

Aber das Bild war noch da

Provinzpolitiker Oswald Obwalter, genannt "OO", kauft ein Werk des Malers Cannizzaro. Das hätte er besser gelassen, denn ab da beginnen die Dinge für Oswald schief zu laufen.

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Verlagstexte

"Von Vorarlberg sagt ein Sprichwort, der älteste Einwohner dieses Bundeslandes sei der Neid. Neider hat der Abgeordnete Obwalter genug, aber in den nächsten Wochen und Monaten musste er feststellen, dass die Steigerungsreihe Feind – Todfeind – Parteifreund einem realen Sachverhalt entsprach."

Provinzpolitiker Oswald Obwalter, genannt "OO", kauft ein Werk des Malers Cannizzaro. Das hätte er besser gelassen, denn ab da beginnen die Dinge für Oswald schief zu laufen. Beruflich und finanziell. Der Versuch, sein Leben wieder aufs Gleis zu bringen, mündet in einen dramatischen Absturz, in den ein Schulfreund, dessen Geliebte, Oswalds Frau, der Maler, dessen Frau, ein sinistrer Galerist, ein paar Nebenfiguren und die Russenmafia verstrickt sind. Und Rembrandt. Ja, genau der. Posthum natürlich. – Ein Buch über Bilder, über Lug und Trug, Mord und Brand. Ein bisschen Oper kommt auch vor. Schwarz mit hellem Hoffnungsstreifen. Kann man so sagen …

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Presse- und Autorenstimmen

Mähr zeigt in seinem brillanten Roman, wie dünn die Hülle der Vernunft wird, wenn es etwas zu holen gibt. Die Eleganz seiner Prosa konterkariert dabei ein Labyrinth menschlicher Abgründe. Spannend, irritierend, meisterlich! Ich bin und bleibe Mähr-Fan, mich wird er nicht mehr los.

(

Reinhold Bilgeri

)

Textprobe(n)

"Du hast es verkauft?"
"Nein, ich biete es zum Verkauf an, das ist ein Unterschied …" Er spürte, wie verstimmt sie war. Er hatte das Eingeständnis nicht als "Eröffnung" geplant, da gab es überhaupt nichts zu eröffnen, verdammt noch mal, das war sein Beruf, er lebte davon, dass er die Sachen, die er mit seinen eigenen Händen machte, auch verkaufte. Aber das schien sie nicht zu interessieren. Sie rückte von ihm ab. Das war nicht neu. Früher hatte sie sich an ihn geschmiegt und war in seinen Armen eingeschlafen.
"Was hast du?", fragte er. "Wir brauchen das Geld, das weißt du, ich kann es mir nicht leisten …"
"… ich brauch überhaupt kein Geld von dir," unterbrach sie ihn. Ihre Stimme war leise, aber scharf. "Also schieb mich nicht vor. Ich brauch kein Geld. Du brauchst es."
Er biss sich auf die Unterlippe. Das Geld zu erwähnen war ausgesprochen blöd gewesen. Geld war kein guter Gesprächsstoff zwischen ihnen. In einem Magazin hatte er gelesen, die meisten Streitigkeiten bei Paaren hätten mit Geld zu tun, mit fehlendem Geld, nahm er an, so genau konnte er sich an den Artikel nicht mehr erinnern. Obwohl natürlich die meisten Geldstreitereien, über die man etwas zu hören bekam, von vorhandenem Geld verursacht wurden, von im Überfluss vorhandenem, dessen Menge sich ein Normalmensch nicht vorstellen könne, hatte ihm seine Bankberaterin gesagt. Die Reichen stritten um Geld, das da war, viel verbissener als die Armen um das Geld, das nicht da war, so die Fama. Da er keine reichen Leute kannte – keine wirklich reichen – konnte er das nicht nachprüfen. Wahrscheinlich war es eines der Märchen über die "armen, reichen Leute", die man den Massen erzählte, um sie ruhig zu stellen.
Bei ihnen war es anders. Herta hatte Geld. Geerbt, gut angelegt. Sie hätte nicht mehr hier wohnen müssen. Es ging, das hatte er im Gefühl, nicht ums Geld. Worum aber dann? Es war sein Beruf, zu verkaufen, was er hergestellt hatte. Möglichst teuer. Daran haperte es sowieso: Er bekam nicht die Summen, die er erwartete. Es war halt schwierig … Weil es nicht die Summen waren, die Sie erwartete. Gesagt hatte sie nie etwas. Sich nie geäußert über erzielte Erträge. Daraus schloss er, sie seien zu gering. Warum sonst sollte sie zu diesem Thema Schweigen bewahren? Dieses gleichsam dröhnende Schweigen seiner Frau setzte ihm mehr zu als die Beträge selbst. Deshalb verstand er ihre Reaktion nicht; jetzt, da endlich ein halbwegs anständiger Preis … "Du hast es verkauft?" Was hätte er denn sonst damit machen sollen?

Aber das Bild war noch da
Roman / Novelle
ALS BUCH:
Hardcover mit Schutzumschlag
312 Seiten
Format: k. A.
Auslieferung: ab 5. April 2017
D: 19,90 Euro A: 19,90 Euro CH: k. A.

ISBN (Print) 978-3-903091-26-9

ALS EBOOK:
Datenformat(e): epub
Auslieferung: ab 5. April 2017
D: k. A. A: k. A. CH: k. A.
ISBN (eBook) 978-3-903091-34-4
Symbol Tablet Rezensionsexemplar (eBook)

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