Beim Auftauchen der Himmel

Belletristik

Anna Stern

Beim Auftauchen der Himmel

Anna Stern übertrifft mit "Beim Auftauchen der Himmel« die Erwartungen, die sie mit "Schneestill" und "Der Gutachter" geweckt hat. Ihr neues, bereits drittes Buch versammelt zehn Erzählungen, die nicht nur hohen literarischen Schaffensdrang beweisen, sondern von außergewöhnlichem Talent zeugen.

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Verlagstexte

Da ist der junge Wissenschaftler, der regelmäßig mit seiner Großmutter telefoniert und für sie eine Freundin erfindet, deren Charakterzüge auf denen einer Arbeitskollegin basieren. Oder der Alleinstehende, in dessen Leben überall und immer Eidechsen hausen. Die Titelgeschichte handelt von einem Mann, der ein ertrinkendes Kind rettet, aber danach nicht weiß, ob es überlebt hat. Schließlich schafft Anna Stern eine wundervolle Hommage an den 2016 verstorbenen David Bowie und verhandelt raffiniert das autobiografische Schreiben.

Vom subtilen Teenagerdrama über einen kurzen, fiesen Krimi bis zum fein ausgearbeiteten Beziehungsdrama: Anna Stern bewegt sich souverän und immer spannend zwischen Stilen und Genres. So verschieden die Geschichten auch sind, sie werden stets von der Atmosphäre und Anna Sterns eigenem, charakteristischem Stil getragen und ergeben einen Erzählband, der weit mehr ist als die Summe der einzelnen Texte.

Die Ezählungen: Die Tochter des Botschafters / Eines Tages oder Le vent nous portera / Lacertidae / Beim Auftauchen der Himmel / Le Fantôme / The Protector / Die Geschichte vom Umgedrehten Land / Das Geheimnis von Wester Ross / Zwischen zwei Flügen / Das Lied vom einsamen Mädchen

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© Cover: Verlag, Foto(s): Gianni Bombèn

Presse- und Autorenstimmen

Ein seltenes Sprachfest.

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Diethmar Dath, FAZ

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Textprobe(n)

Beim Auftauchen der Himmel

Erich legt das Buch zur Seite und sieht über den Fluss. Es geht gegen Mittag zu, die Sonne steht beinahe senkrecht und es blendet ihn, wenn er ihr Spiegelbild im Wasser betrachtet. Doch die Bäume stehen hier nah am Ufer, sodass die Kiesbank, auf der Erich seinen Platz hat, auch jetzt noch im Schatten liegt; es ist angenehm kühl. Auf der anderen Seite aber ist das Ufer steiler, nur vereinzelt wachsen Sträucher auf dem steinigen Hang, und da er südostwärts liegt, wird es dort schon im Laufe des Vormittags sehr warm.

Mit der rechten Hand beschattet Erich seine Augen und beobachtet eine Familie, die sich offenbar ihm gegenüber am Fluss niederlassen will. In der prallen Sonne breitet der Mann eben eine große Decke aus, versucht, sie an den Ecken mit Steinen zu beschweren, die jedoch immer wieder den Hang hinunter und ins Wasser rollen. Oben auf dem Weg schiebt eine kleine, dickliche Frau einhändig einen Kinderwagen hin und her, zu ihren Füßen stehen verschiedene Papiertüten und Taschen und das Kind im Wagen weint. Ein weiteres Kind sitzt etwas entfernt auf einem Stein und blättert in einem Buch; ob es ein Mädchen ist oder ein Junge und wie alt, kann Erich von seinem Platz aus nicht erkennen.

Er wundert sich: Nie wären Margaux und er früher mit den Kindern auf der anderen Seite baden gegangen oder picknicken. Nicht nur wegen des steilen Hangs, wo es keine ebenen Flächen und kaum Schatten gibt. Auch die Strömung ist dort viel stärker und es gibt kaum seichte Stellen, an denen es für kleine Kinder ungefährlich wäre. Es war für sie immer selbstverständlich, die zusätzliche Strecke vom Parkplatz beim Restaurant zur nächsten Brücke etwas flussaufwärts zu gehen, um auf diese Seite zu gelangen, wo das Wasser ruhiger fließt und der ufernahe Bereich flach ist. Und Adelina und Julián hatte es hier ohnehin immer besser gefallen, sie konnten auf die nahen Bäume klettern, stauten das Wasser zu kleinen Seen oder spielten im Sand, der sich weiter unten an die Kiesbank anschließt.
Sein Blick schweift ab und er denkt an seine beiden Kinder. An Adelina, die sich gerade auf die Lehrabschlussprüfung vorbereitet und danach mit ihren Freundinnen eine Woche nach Italien in die Ferien fahren will. An Julián, der nach der Matur lange unschlüssig war, wie es weitergehen sollte, und sich dann im Frühling zur Überraschung der Eltern an der pädagogischen Hochschule eingeschrieben hat, um Lehrer zu werden.

Erich erinnert sich an einen besonders schönen Ausflug an den Fluss, nur Adelina, Julián und er, und er fragt sich, ob die beiden später mit den eigenen Kindern hierher zurückkehren werden.

Beim Auftauchen der Himmel
Erzählung(en)
ALS BUCH:
Hardcover

Vorsatz bedruckt, Prägung, Lesebändchen

376 Seiten
Format: 110 x 180 mm
Auslieferung: ab 1. April 2017
D: 22,00 Euro A: 22,60 Euro CH: 29,00 CHF

ISBN (Print) 978-3-906913-00-1

ALS EBOOK:
Datenformat(e): epub
Auslieferung: ab 1. April 2017
D: 14,99 Euro A: 14,99 Euro CH: 15,00 CHF
ISBN (eBook) 978-3-906913-05-6
Symbol Tablet Rezensionsexemplar (eBook)

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