Der Wiener Prater

Sachbuch

Robert Kaldy-Karo, Clemens Marschall

Der Wiener Prater

Eine Kultur- und Sittengeschichte

Eine lebendige Kultur- und Sittengeschichte, bei der man mittels detaillierter Landkarten, die die verschiedenen Bereiche des Vergnügungsgeländes beleuchten, erstmals den historischen Prater selbstständig durchwandern und herausfinden kann: Wo genau war Präuschers Panopticum? Wo und in welchem Umfang Venedig in Wien? Wo ist die Liliputanerstadt gestanden? Wo die Trennung zwischen Nobel- und Volksprater? In sieben Stationen geht man so der Seele des Wiener Praters einst und heute auf den Grund.

Verlagstexte

Der Wiener Prater ist eine Institution, sein Fundus an Geschichten legendär. Doch ändern die Kulissen über Jahrzehnte ihr Gesicht, verblasst auch die Erinnerung an das Leben hinter den Kulissen, auf den Schaubühnen, Wiesen und Etablissements. Kaum einer ist berufener, über den Prater im Spiegel der Zeiten zu erzählen, als Robert Kaldy-Karo, Direktor des Wiener Circus- und Clownmuseums. Der Autor Clemens Marschall hat bereits für die Wiener Zeitung eine Serie „Unbekannte Praterg’schichten“ verfasst. Vorliegende Publikation räumt mit Mängeln, Irrtümern und historischen Fehlern auf, die in Prater-Büchern bis heute kursieren.

Entstanden ist eine lebendige Kultur- und Sittengeschichte, bei der man mittels sieben detaillierter Landkarten, die die verschiedenen Bereiche des Vergnügungsgeländes beleuchten, erstmals den historischen Prater selbstständig durchwandern und herausfinden kann: Wo genau war Präuschers Panopticum? Wo und in welchem Umfang Venedig in Wien? Wo ist die Liliputanerstadt gestanden? Wo die Trennung zwischen Nobel- und Volksprater? In sieben Stationen geht man so – buchstäblich – der Seele des Wiener Praters einst und heute auf den Grund.

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© Cover: Verlag, Foto(s): k. A., Charlotte Maconochie

Textprobe(n)

Die Feuerwerkswiese mauserte sich in den 1860ern zum bevorzugten Ort für Menagerien, die bald mit Kuriosa ergänzt wurden und so auch die Brücke zu "Menschenzoos" schlagen: ab 1871 war dort ein "dickbäuchiger Tiroler" zu sehen, der mit Seehunden und anderen Tieren auftrat. Karl Ratschka zeigt von 1875 bis 1878 seinen "Klein Schönbrunn" genannten Tiergarten, und in Präuschers Panoptikum und Anatomischen Museum war ab 1880 ein Affentheater untergebracht. 1883 kam F. Kleeberg mit "Europas größter Menagerie" in den Prater, Jean Baese brachte sein "Affen- und Elefantentheater" aufs Pratergelände. Die Praterlegende Henriette Willardt führte als "Madame Senide" Löwenshows vor, und die Ehlbecksche Menagerie bestand von 1886 bis 1889: Teile davon waren riskante Vorführungen mit Löwen, doch den Tierbändigern wurde schon damals von der Polizei verboten, ihre Köpfe in die Rachen der Wildkatzen zu stecken. Wie so oft im Prater, kam es auch bei den Tierschauen zu bizarren Ausformungen, und so wurde 1889 ein toter Wal auf der Feuerwerkswiese ausgestellt. Der Kadaver begann in der Junihitze rasch einen solchen Gestank zu verbreiten, dass die Gastgärten in der Umgebung leer blieben. Das Magistrat verfügte über die Entfernung des Riesen: Der Wal wurde in zwei Stücke zersägt und mit zwei Wagen von jeweils 18 Pferden weggezogen.

Der Ballonfahrer Jean-Pierre Blanchard z. B. hat Tiere aus dem Heißluftballon geworfen: Hasen, Hamster, die er mit selbstgebauten Fallschirmen ausgestattet hat. Die meisten sind zerschellt, die Wiener haben sich amüsiert. Aber irgendwann wurde das doch nicht mehr gutgeheißen.

Der Wiener Prater
Essayistik
Politik und Zeitgeschichte
ALS BUCH:
Hardcover

Mit zahlreichen SW-Abbildungen und grafischen Übersichtskarten

260 Seiten
Format: 170 x 240 mm
Auslieferung: ab 1. April 2017
D: 25,00 Euro A: 25,00 Euro CH: k. A.

ISBN (Print) 978-3-903110-17-5

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