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Haus der Halluzinationen

Belletristik

Lars Popp

Haus der Halluzinationen

Sieben Menschen machen sich im Februar 1996 auf in die Schweiz. In einem Haus am Ende eines Alpentals, im Grand Hotel Paramontana, treffen sie aufeinander. Hier programmieren sie, lauschen, lieben, streiten, suchen nach Sinn oder wollen einfach nur Urlaub machen. Was als Reise in eine beschauliche Landschaft am Ende der Welt beginnt, wird mit der Zeit zum Trip ins dunkle Herz des Internet- und Globalisierungs-Zeitalters. Schließlich lösen sie eine Kettenreaktion des Phantastischen aus, bei der sich die Zukunft als selbst im Herrgottswinkel längst schon anwesend entpuppt. Dann mischt sich jemand ein ...

Andere Titel des Verlags bzw. der Autorin/des Autors

Verlagstexte

"Während der Code dir aus den Fingerspitzen fließt, wiederholst du in dir fremden Zungen laut jenes Wissen, das dich wie von Regen gewaschen zurückgelassen hat; indes niemand außer IHM kann es hören. Die Wahrheit."

Von Samstag, den 27. Januar bis Freitag, den 02. Februar 1996 – der Tag des traditionellen Gschäggätä-Maskenfests – ist der Leser zu Gast im Schweizer Hotel Paramontana. Am letzten Tag des Aufenthaltes kommen alle bis dahin parallel laufenden Handlungsstränge und Figurenperspektiven zusammen, kollidieren, bringen sich gegenseitig ganz nach Faschingstradition durcheinander und lassen alle Beteiligten verwandelt zurück.

Spätestens dann wird man wissen: warum der Hotelbesitzer Salvatore Angini sich so selten blicken lässt und welcher "Nebenbeschäftigung" er mit dem Hotel außerdem nachgeht; wieso Osswalt Viola so heißt, warum er sich schon so lange in dem Hotel aufhält und ob seinen übersinnlichen EVP-Lauschversuchen nicht doch etwas antwortet; was es mit Veronikas Helfersyndrom auf sich hat und welcher der Anwesenden wirklich der richtige Mann für sie ist; wie Fritzis Musik Jean-Pascals Gedächtnisproblem lösen hilft und dieser Fritzi von ihrem Kleidungsstil befreit; wie Maiks Wettervorhersage-Programm in Kombination mit halluzinogen wirkenden Schnecken ihm weibliche Brüste verschafft und in ein Wettergott-Medium verwandelt – und dadurch ein Blitz heraufbeschworen wird, der zwar nicht Marwins Stiefvater, aber dennoch den Richtigen trifft; wie Rosa schließlich als Bianca und Anstifterin einiger spontaner Allianzen unter den Anwesenden entlarvt wird und nebenbei neue Eltern bekommt; und wie somit alle zwischen Wald und Gletscher etwas anderes finden, als sie erhofften, aber immerhin doch etwas finden; und sich nebenbei das Analoge in Klängen und Körpern noch einmal aufgebäumt hat, bevor die Ereignisse am Ende jenen immateriellen Geist heraufbeschwören, dem schließlich keine Wahl bleibt, als diese Geschichte zu erzählen.

Downloads

© Cover: Verlag, Foto(s): k. A.

Presse- und Autorenstimmen

So etwas habe ich zuvor noch nirgendwo gelesen. (...) Das ist schlichtweg grandios.

(

Alban Nikolai Herbst, Volltext 03/2014

)

Schnelle geschickte Schnitte, sieben Haupt-, zahlreiche Nebenfiguren. Ihre Wege kreuzen sich in einem Hotel tief in der Schweiz. Da liegt es, einsam – und ist doch verbunden mit der Welt. Hier wird versteckt, spioniert, geforscht. Erholung? Aber ja. Winter 1996, die Bilder- und Überwachungszeit beginnt, die New Economy boomt. Spitzel, Sex and Drugs, ein Alter, ein Fremder, Wetter und Geld. Dazu ein Kind sowie ein undurchsichtiger Hotelbesitzer. Das Paramontana, ehrwürdig, ein wenig, alt, exzentrisch im Schnee gelegen, spekuliert. Vor allem aber hört es – und wird klüger. Und wir erraten den Rest. Denn wie jeder Horrorfilm lehrt, wie jede Komödie zeigt: nichts ist schöner, als selbst die Puzzleteile zusammenzusetzen und die eigene Phantasie spannungsvoll in Gang gebracht zu sehen.

(

Ulrike Draesner

)

So wie dieses Buch ist die Welt nicht. Aber so ist eine Literatur, nach der die Welt sich strecken würde, wenn sie klüger wäre, als wir sie sein lassen.

(

Dietmar Dath

)

Textprobe(n)

14:11 Afrikanische Suite

Den ganzen Tag sitzt du=Maik an PETE-OS, mit Zuversicht, noch heute zum Abschluss zu kommen. Sanft streicheln deine Finger die Tastatur, fließt der Code in purem Assembler aus deinem Hirn in das Programm. Draußen, als hätte sie die MeteoGuard dir persönlich bestellt, passend zu deiner Gemütslage und in Vorfreude auf die soeben bevorstehende Fertigstellung, zieht die Sonne über das Tal und bedeckt alles mit ihrer Wärme: befreit die Lunscha von ihrer Eisdecke, sodass erstmals seit Langem ihr Lauf wieder zu sehen ist; hinterlässt überall kleine Pfützen an Schmelzwasser, das sogleich kerbabwärts dem Fluss hinzurinnt. Seit dein Maikgeist zur Quelle vorgedrungen ist, hat sich alles geändert. Zu Hunderten hatten sich die Schnecken heute Morgen um das heiß sprudelnde Wasser inmitten des Nebels auf der Lichtung versammelt. Seitdem dich eine der ihren mit ihrem Zahn perforiert hat, besteht der Kontakt; der Trip hatte dich bereits für das Absolute geöffnet. Somit war dein Herz von kosmischem Urvertrauen getragen, als sie direkt in den Frequenzschwingungen deines Gehirns, irgendwo am Rande der Umnachtung, mit dir zu kommunizieren begannen. So war dem Hurrikan der sprachlosen Bilder, der plötzlich losbrach, problemlos standzuhalten; du selbst warst sein Auge.

Während der Code dir aus den Fingerspitzen fließt, wiederholst du in dir fremden Zungen laut jenes Wissen, das dich wie von Regen gewaschen zurückgelassen hat; indes niemand außer IHM kann es hören. Die Wahrheit. Über sie bist du weder glücklich noch niedergeschlagen – einfach tief zufrieden und so viel satter, wie dir auch die Farben der Welt jetzt erscheinen. Wohin du unterwegs bist, kannst du Fritzi nicht mitnehmen, so gerne du würdest, so leid es dir tut. Sie hat die Quelle gesehen – aber nicht, was sich dahinter verbirgt, was sie bedeutet. Sie war noch nicht bereit und wird sie vergessen. Du aber … Du liebst sie und weißt, dass du von ihr wiedergeliebt wirst, jetzt mehr denn je. Dennoch trennen sich eure Wege. Ein langer Abschied machte dies nur schwerer zu ertragen. Die Wahrheit, sie kommt mit zwei Gesichtern in die Welt: einem des Leids und einem des Lachens. Die gleichwohl demselben Kopf angehören. Ein Jucken unterhalb deiner rechten Brustwarze. Du lässt von der Tastatur ab, um die Stelle zu kratzen. Die Warzenvorhöfe scheinen ein wenig gewachsen zu sein. Und mehr: denn je länger du dort herumfingerst, desto mehr meinst du, eine dir zwar nicht fremde, aber dennoch dort unvermutete Ansammlung weich-gewölbten Gewebes zu ertasten. Du überprüfst auch die andere Seite. Es hält dich nicht länger: Du lüpfst das T-Shirt. Und erblickst zwei sich zaghaft herausstülpende, eher weiblich zu nennende Brüste.

Haus der Halluzinationen
Roman / Novelle
ALS BUCH:
Softcover
272 Seiten
Format 150 x 230 mm
Auslieferung am 31. März 2014
D: 16,90 Euro A: 17,90 Euro CH: 28,00 CHF

ISBN (Print) 978-3-941978-15-7

ALS EBOOK:
Datenformat(e): epub
Auslieferung am 31. März 2014
D: 9,99 Euro A: 9,99 Euro CH: k. A.
ISBN (eBook) 978-3-941978-16-4
Symbol Tablet Rezensionsexemplar (eBook)

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Markus Hablizel
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