Als ich Lord Winter war

Belletristik

Hubert Flattinger

Als ich Lord Winter war

Eine Reise zu Astrid Lindgren

Hubert Flattinger macht aus seiner tiefen Verehrung für Astrid Lindgren (1907–2002), die er mehrfach interviewte und porträtierte, keinen Hehl. So gerät ihm schon die Reise nach Schweden zu einer Hommage an die großartige Kinderbuchautorin, die den (ewigen) Kindern Helden wie Michel, Madita und Kalle Blomquist hinterlassen hat. Mit zahlreichen bisher unveröffentlichten Fotografien Astrid Lindgrens, deren Geburtstag sich heuer zum 110. Mal jährt.

Verlagstexte

Auch Journalisten mit Flugangst müssen ab und zu ein Flugzeug besteigen – um nach Stockholm zu fliegen beispielsweise, wo Astrid Lindgren einen Termin gewährt hat. Astrid Lindgrens Figuren und Geschichten sind dem Erzähler bis ins Blut vertraut, aber auf dieser Reise gerät allerhand durcheinander wie bei einem wild rotierenden Mobile – der Vogelmann, Moby Dick, eine Leuchtturmwärterin, eine Aztekenprinzessin, ein Fremder im Flieger und Pippi Langstrumpf. Vielleicht liegt es aber doch am Gin.

Hubert Flattinger macht aus seiner tiefen Verehrung für Astrid Lindgren (1907–2002), die er mehrfach interviewte und porträtierte, keinen Hehl. So gerät ihm schon die Reise nach Schweden zu einer Hommage an die großartige Kinderbuchautorin, die den (ewigen) Kindern Helden wie Michel, Madita und Kalle Blomquist hinterlassen hat.

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© Cover: Verlag, Foto(s): Peter Schaller, Hubert Flattinger

Presse- und Autorenstimmen

Flattinger beweist Gespür fürs Atmosphärische, fürs vorgeblich Nebensächliche, für zur Blumenvase umfunktionierte Schirmständer und Sittiche im Samba-Rhythmus. Daraus lassen sich kaum spektakuläre Schlagzeilen stricken, aber wohltuend unaufgeregte Geschichten von ungleich größerer Halbwertszeit.

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Joachim Leitner, Tiroler Tageszeitung

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Am eindrucksvollsten sind die beiden Kapitel über Termine mit Astrid Lindgren – einmal über den völlig missglückten Empfang Lindgrens im Wiener Rathaus und ein anderes Mal nach einem Besuch Flattingers im Haus der Schwedin. So erscheint ein eindrucksvolles, auch privates Porträt der großen Autorin.

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Rouven Hans, ekz.bibliotheksservice

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Hubert Flattingers Erzählung ist ein Parforceritt durch jene Literatur, die aufgeklärte Jugendliche einfach gelesen haben müssen. Der Erzählwinkel ist spitz und steil, wie nach einem guten Joint aus Fliegenpilzen, die Landung in der Wirklichkeit jedoch klar und sanft, immerhin liest jeder gute Erzählpilot Kinderbücher, während er fliegt. Ja und Astrid Lindgren kommt im abschließenden Bildteil vor, da lacht sie zu ungestellten Fragen, nimmt eine Ehrung entgegen und sitzt und schaut in den Vasapark.

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Helmuth Schönauer, Buchkultur

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Video

Textprobe(n)

Das sind nicht die Worte, die ich hören will. Der Mann weiß nichts, denk ich mir. Doch als ich mich auf elegante Weise von der Unterhaltung mit ihm lösen will, indem ich mich erneut auf das anmutige Wesen der jungen Stewardess konzentriere, klopft der Kerl schon wieder bei mir an. Und zwar mit einem Finger auf das Buch auf meinem Schoß.

"Und? Ist es gut?", will er wissen.

"Ah, kennen Sie Pippi …?"

"Nope", höre ich ihn verneinen. "Sollte ich? Na, geben Sie mal her."

Er wartet nicht erst ab, bis ich es ihm reiche, sondern bedient sich selbst. Und jetzt sehe ich sie: die Hand! – Es ist die Gelbe Hand! Nicht wegen ihrer Hautfarbe, nein, die ist nicht anders als die meine. Es ist die Gelbe Hand, deren besonderes Merkmal es ist, die Griffel stets nach allem Geheimen auszustrecken, ja mehr noch: selbst als Sinnbild für alles Geheimnisvolle genannt zu werden! Derlei wird mir im Bruchteil einer Sekunde klar, während gleichzeitig der Wunsch in mir keimt, diese Hand mit der meinen berühren zu wollen.

Ja, die Hand! Es ist eine, die man gesehen, womöglich sogar geschüttelt haben muss!

Jedenfalls gelingt es ihr, mich ein wenig aus meiner Angsthöhle zu locken. Meine Augen folgen ihr bis zum Hemdsärmel, den Arm hinauf zur Schulter, bis mein Blick zum ersten Mal das Gesicht des Fremden streift. Was für ein Triumph ist so ein Gipfelsieg! Jetzt nur nicht nach unten sehen!

Wie eine Kaktusknolle ragt sein unrasiertes Kinn aus einer steilen Felsenkluft. Das mächtige Riechorgan lässt den Verdacht zu, dass in seine Löcher wohl schon eine Menge Whiskeydunst gesogen wurde. – Und erst seine Augen! Diesem Glühen, diesem strengen Falkenblick standzuhalten, ohne sich gleich in die sichere Stube des nächstbesten Mäuselochs verkriechen zu wollen, ist eine Übung, wie sie nur echten Helden zukommt. Wie auf silberfarbenen Wellen liegt ein kariertes Trilby-Hütchen über seiner zerfurchten Stirn vor Anker. Jetzt streift er sich den Bug des Schiffchens übers Haar zurück, um sich mit interessierter Miene in die ersten Seiten des Buches zu vertiefen.

"Hmm", brummt er nach einer Weile, "ein Kinderbuch?"

"Ein Kinderbuch", gebe ich ihm recht. "So eines … wie es … Kinder lesen."

Er lächelt dünn, lauert eine Weile höflich auf die Pointe eines Witzes, bis er meint: "Sind Sie nicht ein bisschen zu alt für so 'nen Stoff?"

"Im Augenblick … fühle ich mich jung … Jedenfalls zu jung … zum Sterben."

Als ich Lord Winter war
Erzählung(en)
ALS BUCH:
Hardcover

Mit zahlreichen Fotos und einem Lesebändchen

96 Seiten
Format: 120 x 195 mm
Auslieferung: ab 1. November 2017
D: 12,00 Euro A: 12,00 Euro CH: 16,00 CHF

ISBN (Print) 978-3-99039-105-1

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Bernd Schuchter (Verleger)
+43 (0)650 3507050
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