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Kukum

Belletristik

Michel Jean

Kukum

Aus dem Französischen von Michael von Killisch-Horn

Die Lebensgeschichte seiner Urgroßmutter, die der kanadische Autor Michel Jean als Roman erzählt, beschreibt zugleich den erschütternden Niedergang des freien Nomadenlebens der Innu. Der Roman wurde im Herbst 2020 mit dem "Prix littéraire France-Québec" ausgezeichnet.

Verlagstexte

Michel Jean erzählt in Kukum die Geschichte seiner Urgroßmutter Almanda Siméon, die 97 wurde. Als Waise von ihrer Tante und ihrem Onkel aufgezogen, lernt sie mit fünfzehn den jungen Innu Thomas Siméon kennen, verliebt sich trotz der kulturellen Unterschiede sofort in ihn, sie heiraten, und Almanda lebt von da an mit dem Nomadenstamm, dem er angehört, lernt seine Sprache, übernimmt die Riten und Gebräuche der Innu von Pekuakami und überwindet so die Barrieren, die den indigenen Frauen aufgezwungen werden.

Anhand des Schicksals dieser starken, freiheitsliebenden Frau beschreibt Michel Jean auch das Ende der traditionellen Lebensweise der Nomadenvölker im Nordosten Amerikas, deren Umwelt zerstört wurde und die zur Sesshaftigkeit gezwungen und in Reservate gesperrt wurden, ohne Zukunftsperspektive, ein Leben geprägt von Gewalt, Alkohol und Drogenkonsum.

Der Roman wurde im Herbst 2020 mit dem Prix littéraire France-Québec ausgezeichnet.

"Ich spüre in mir die Verantwortung, unsere Geschichten zu erzählen, die der Innu und der Mitglieder der Ersten Völker. Denn sie kommen praktisch nirgends vor. In den Geschichtsbüchern nehmen sie nur wenig Raum ein. In Nordamerika beginnt die Geschichte mit der Ankunft von Christoph Kolumbus 1492, diejenige Kanadas mit Jacques Cartier 1534. Aber wir leben hier seit 15 000 Jahren. Wenn wir unsere Geschichten nicht erzählen, wer dann?"

 


Jean Michel in Deutschland
Das Gastland Kanada der Frankfurter Buchmesse in der Bundeskunsthalle, Bonn
"Singular Plurality - singulier pluriel"
mit Sophie Bienvenu, Michel Jean, Catherine Mavrikakis, Heather O'Neill und Anne Carson
Montag, 18. Oktober, 19 Uhr
In deutscher, englischer und französischer Sprache
Lesung der deutschen Texte: Tatjana Pasztor
Moderation und Übersetzung: Andreas Jandl, Patricia Klobusiczky (Bundeskunsthall)

 

Frankfurt, HR2
Donnerstag, 21. Oktober, 19-20 Uhr / Eintreffen bitte 18:30-18:45 Uhr
Moderation: Daniella Baumeister (hr2-kultur)
Lesung deutscher Text: Schauspieler und Sprecher Jochen Nix
Ort: Haus des Buches, Braubachstr. 16, Frankfurt

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© Cover: Verlag, Foto(s): Julien Faugere

Presse- und Autorenstimmen

L’écrivain et journaliste québécois Michel Jean raconte le destin de son arrière-grand-mère et de son peuple, les Innus, victimes d’un génocide culturel dont les stigmates restent vivaces.

(

Hélène Jouan, Le Monde

)

Un an après sa sortie en 2019, le roman Kukum de Michel Jean, qui raconte l’histoire de son arrière-grand-mère innue Almanda, connaît une deuxième vie inattendue et dépasse aujourd’hui les 60 000 exemplaires vendus.

(

La Presse, Montréal

)

Textprobe(n)

Als die Sonne sich neigte, gingen wir in einer windgeschützten Bucht an Land. Thomas schlug das Lager auf. Ich half ihm, so gut ich konnte, und bombardierte ihn mit Fragen, aber er begnügte sich mit einem Lächeln. Mit der Zeit begriff ich, dass man, um zu lernen, schauen und hören muss. Fragen war sinnlos.

An dem Abend setzte er sich auf seine Fersen und legte den Vogel, den er gerade geschossen hatte, auf seine Knie, ein recht fettes Tier, das er rupfte, wobei er zuerst die größten Federn ausriss. Das ist eine Arbeit, die große Sorgfalt verlangt, denn wenn man zu ungeduldig ist, bricht der Kiel ab und bleibt im Fleisch stecken. Sich Zeit nehmen. Das muss man häufig in den Wäldern.

Nachdem das Tier von seinem Federkleid befreit war, hielt er es ins Feuer, um den Flaum abzusengen. Anschließend kratzte er mit dem Messer über die Haut, ohne sie zu beschädigen, sie und ihr wertvolles Fett. Dann hängte er die Trappe über die Flammen, um sie zu braten.

Ich bereitete Tee, und wir aßen auf dem Sand im Angesicht des Sees unter einem bestirnten Himmel. Ich hatte keine Ahnung, was uns erwartete. Aber in genau diesem Augenblick war ich überzeugt, dass alles gut gehen würde, dass ich recht gehabt hatte, meinem Instinkt zu vertrauen.

Er sprach kaum Französisch und ich noch nicht Innuaimun. Aber an jenem Abend am Ufer, gehüllt in den Duft von gegrilltem Fleisch, fühlte ich mich mit meinen fünfzehn Jahren zum ersten Mal in meinem Leben an meinem Platz.

Kukum
Roman / Novelle
ALS BUCH:
Hardcover

Mit Lesebändchen

214 Seiten
Format: k. A.
Auslieferung: ab 15. Oktober 2021
D: k. A. A: 21,00 Euro CH: k. A.

ISBN (Print) 978-3-99029-470-3

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