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Der Froschkönig

Belletristik

Simona Ryser

Der Froschkönig

Simona Rysers "Der Froschkönig" erzählt aus dem Alltag eines modernen Frauenlebens zwischen Arbeit und Liebe, Businessplänen und Märchen, Kindheitsmustern und Aufbruch.

Verlagstexte

Platsch – da sitzt ein Frosch.

Leo Meister, Dozentin für Stadtentwicklung und Städtebau, will sich auf ihre Arbeit konzentrieren. Für eine Woche in diesen Vorort Frankfurts gereist, um ihren Stadtplanungsauftrag voranzutreiben, wird sie von dem Wasserpatscher verfolgt. Der Frosch hockt in der Schublade, neben dem Laptop, in der Handtasche und erinnert sie an das Biotop im Garten ihres Vaters.

Dieser ist in den 1950er-Jahren vom Automechaniker zum erfolgreichen Baustoffhändler aufgestiegen. Ein Wirtschaftswunder. Doch noch während die kleine Leo im Garten am Teich Königskind spielt, scheitert der Familienvater. Was ihm bleibt, ist der verzweifelte Versuch, im Garten Frösche anzusiedeln.

In der Frankfurter Agglomeration trifft Leo im Stadthaus auf den Statistiker Paul und verliebt sich, während sie von den Erinnerungen und Märchen und Fröschen aus der Kindheit heimgesucht wird.

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© Cover: Verlag, Foto(s): Yvonne Böhler

Presse- und Autorenstimmen

Simona Ryser schichtet Sprach- und Bildwelten übereinander, bespielt Metaphern und fordert die Alltagssemantik unablässig mit poetischem Feinsinn heraus. Ihre Sprache bleibt dabei stets leichtfüssig und – rhythmisch wie metaphorisch – mit Musik durchwirkt.

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Neue Zürcher Zeitung

)

Textprobe(n)

Als Leo sich auf den Mann zubewegte, hörte sie das leise Plitsch Platsch, Plitsch Platsch in ihrem Rücken. Es sind unanständige Geräusche, die ein Frosch macht, wenn er auf dem blanken Boden hüpft. Er klatschte mehrmals deutlich auf das Parkett. Als Leo die Augen schloss, erstarrte er. Der Frosch musste einen, vielleicht zwei Meter hinter ihr sitzen. Bestimmt machte er einen kleinen, feuchten Fleck auf das Holz. Vielleicht bebte er innerlich, der Frosch, ein winziges, hüpfendes Amphibienherz. Sein kleiner, grüner Körper zitterte still vor sich hin, während Leo nun einen Geruch einsog von Kaffee und Erde und mit ihrer Wange eine andere Wange berührte, wo sich eine Wärme ausbreitete.

Einen Moment lang verharrte sie. Sie stand schief. Etwas irritierte sie, der Name, ihr Name, der unscharf wurde und sich plötzlich fremd anfühlte. Sie überlegte kurz und fügte ein n an, doch Leon ging nicht. Mit so einem Namen konnte sie unmöglich küssen. Sie war kein Mann, kein Kind, kein Löwe und so fügte sie noch ein langes i an, was sich besser anfühlte. Jedenfalls stand sie nun wieder ganz gut. Leonie. So konnte sie den Kopf senken, in diesen Duft von Erde und in diese Wärme. Sie blies mit ihrem Atem in ein feines Ohr, das sich spitzte. So wollte sie bleiben, an diesem Körper und an diesem Mann, der ihr nun so nahe stand, in diesem Moment, der noch unentschieden war, in dieser Nähe, noch vor der Bewegung, noch vor der Drehung, bevor sich die beiden Köpfe einander zuneigen würden.

Der Frosch aber verdrückte sich in die Ecke, denn, auch wenn er nicht denken konnte, wusste er genau, wer hier Prinz war und wer Frosch.

Der Froschkönig
Roman / Novelle
ALS BUCH:
Hardcover mit Schutzumschlag
Seitenzahl: 168 Seiten
Format: k. A.
Auslieferung ab 12. März 2015
D: 24,90 Euro A: 24,90 Euro CH: 24,90 CHF

ISBN (Print) 978-3-85791-764-6

Symbol Tablet Rezensionsexemplar (eBook)

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