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Schnitz

Belletristik

Marie-Jeanne Urech

Schnitz

Aus dem Franzöischen übersetzt von Liz Künzli

Im Schatten erloschener Hochöfen brennt im Dunkel der Dämmerung ein kleines Licht vor dem Haus der Familie Kummer. Während die Eltern dem Besuch des Kommisionärs entgegenbangen, streifen die beiden Kinder durch die Straßen der Stadt. Sie kämpfen, wie einst Momo, gegen einen Moloch, der die Menschen wie Zitronen auspresst. Marie-Jeanne Urechs Klarsicht auf eine Welt im Argen ist ein phantastisches Buch über die Kümmernisse des Alltags. Urkomisch und voll Poesie.

Verlagstexte

Im Schatten erloschener Hochöfen brennt im Dunkel der Dämmerung ein kleines Licht vor dem Haus der Familie Kummer. Die Mutter, Rose Chagrin, geborene Chance, und ihr Mann Nathanael Kummer, bangen dem Besuch des Kommissionärs entgegen, dem Vollstrecker der Macht.

Die Mieten steigen ins Unermessliche, Nathanael arbeitet rund um die Uhr, Rose Chagrin hausiert mit Vitaminkuren.

Jeder im Haushalt versucht auf seine Art, dem Moloch Paroli zu bieten. Der alte Seraphin sucht irrlichternd den schwarzen Mann, den er zur Rede stellen will; Philanthropie die voluminöse, schnitzvertilgende Ariensängerin, singt unter den Augen ihrer Schutzengel die Menschen im Quartier ins Entzücken, derweilen Yapaklou und Zobeline, die Geschwister, ihre Spielsachen in Sicherheit bringen: ins Reich des Riesen, das sich in einem Pommes-Frites-Automaten befindet.

Marie-Jeanne Urech schafft es, über die Kümmernisse des Alltags ein phantastisches Buch zu zaubern.

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© Cover: Verlag, Foto(s): privat

Presse- und Autorenstimmen

Marie-Jeanne Urechs Klarsicht auf eine Welt im Argen, liest sich wie ein Film von Emir Kusturica, der gerade Boris Vian gelesen und auf dem Nachahauseweg Herrn Kafka über den Weg gelaufen ist.

(

Ç’est génial!

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Video

Textprobe(n)

Die Silhouette des Kommissionärs näherte sich dem vereisten Fenster, das Gesicht plötzlich vom Kerzenschein eines Geburtstagskuchens zerstückelt. Ein kleines Mädchen feierte seine fünf Lebensjahre. Umgeben von seinem Bruder, seinen Eltern und einem Alten, vielleicht ihrem Großvater, der ein ängstliches Auge auf den Lichtschalter gerichtet hatte, vor dem er saß. Mit im Raum war außerdem eine voluminöse Frau, deren Fleischfalten sich wie eine herrliche Hügellandschaft über das Sofa ergossen. Zwei Schutzengel wachten über ihre Rundungen und fächelten ihr mit ihren langen weißen Federn zu. Sie sang mit kräftiger Stimme, und die ganze Familie hörte bezaubert zu, während auf dem Kuchen die ersten fünf Jahre der Kleinen verglommen.

Durch die vereiste Scheibe betrachtete der Kommissionär die Szene, wie man sich zum letzten Mal ein Gemälde ansieht, bevor man ein Laken darüber wirft.

Die Kleine pustete die Kerzen aus. Wie bei einem Dominospiel erloschen auch auf der Straße die Lichter, eins nach dem andern. Und kurz darauf die in allen anderen Straßen, Stahlwerken, Kirchen, im Rangierbahnhof, an den Brückenwaagen, im Hafen und gar die Leuchtturmlaterne, winziges Lebenszeichen inmitten des vereisten Wasser des Sees. Einzig die riesigen Glastürme, die hochmütig auf die Stadt herabblickten, leuchteten noch in einem Glanz, den ihnen nicht einmal der Mond streitig machte.

Schnitz
Roman / Novelle
ALS BUCH:
Hardcover
160 Seiten
Format: k. A.
Auslieferung: ab März 2017
D: 25,80 Euro A: k. A. CH: 30,00 CHF

ISBN (Print) 978-3-03762-063-2

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