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Die Farben der Schwalbe

Belletristik

Marius Daniel Popescu

Die Farben der Schwalbe

Übersetzt von Yla M. von Dach

Der Tod der Mutter löst reihenhaft Erinnerungen aus; es kreuzen sich Vergangenheit im "Land der Einheitspartei" und die Gegenwart des Schriftstellertums und des Familienlebens im Gastland.

Verlagstexte

Marius Daniel Popescu schlägt in diesem Buch einen Bogen zwischen der Kindheit in Rumänien und der Gegenwart in der Schweiz, wo sein Erzähler als Plakatkleber und Journalist arbeitet. In Rumänien steht das Begräbnis der Mutter im Mittelpunkt, das Erinnerungen an das "Land der Einheitspartei" auslöst. In Lausanne nimmt die innige, spielerische (auch sprachspielerische) Beziehung des Erzählers zu seiner Tochter den grössten Raum ein. Zwischen den beiden Welten entsteht ein berührendes Spannungsfeld, das von der sprachlichen Verve des Autors zusammengehalten wird, der das Leben, wo es auch stattfinden mag, durch eine Art Zeitlupe betrachtet, unter der die kleinen Gesten, Bewegungen und zum Teil scheinbar völlig banal erscheinenden Puzzlestücke des Alltags vergrössert und stark verlangsamt erscheinen, was eine merkwürdig hypnotische Wirkung auf die Leserin und den Leser ausübt.

Marius Daniel Popescu hat für dieses Buch 2012 den Schweizer Literaturpreis erhalten (Originaltitel: Les Couleurs de l‘hirondelle, Éditions Corti).

Lesung auf der Leseinsel der unabhängigen Verlage, Frankfurter Buchmesse, Halle 4.1 D 36, Mittwoch, 11. Oktober, 16:30 Uhr.

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© Cover: Verlag, Foto(s): privat

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Textprobe(n)

Es ist komisch, ich fuhr mit dir und Georges im Auto von einem Land, das Schweiz heißt in ein Land, das Frankreich heißt. Ich habe die Namen dieser beiden Länder auf die linke Schranktür geschrieben, für den Fall, dass ich sie vergessen sollte. Du hingegen vergisst einfach gar nichts, du erinnerst dich sogar, dass man jedes beliebige Land in einen Schrank stecken kann, du sagst mir oft, dass das Wort Land unzählige Bedeutungen hat, für dich ist sogar ein Mensch ein Land. Das Land Michelle, das Land Sarah, das Land Georges, das sind die drei Länder, die ich am Anfang meiner Reise zu den Schülern der Sekundarschule La Golette kennen lernte. Ist Golette der Name eines Landes?

Georges hat uns bis zu einem Bergchalet gefahren, wo es Männer und Frauen aus mehreren Ländern gab. Das Land, das sich um das Chalet kümmerte, hieß Norbert. Dieses Land hatte viele Länder bereist, und dieses Land lebte jetzt in jenem Chalet mit dem Land seines Herzens, das Myriam heißt, und dem Land ihrer Länder, das Alexandre heißt. Unter den anderen im Chalet anwesenden Ländern gab es das Land Madeleine, das Land Francis und das Land Véronique. Es ist verrückt, wie mehrere Länder sich so miteinander vermischen können, in einem Land, das Chalet heißt. Mein kleiner Schrank, in dem ich gewöhnlich die Schuhe einräume, ist ein Land, in dem ich auf den Reisen die Betten verstaue, in denen ich schlafe, das Wort Bett ist auch ein Land. Du bist es, der mir gesagt hat, das Wort Land dürfte es eigentlich nicht geben, du bist es, der sagte, alles sei Land.

Die Farben der Schwalbe
Roman / Novelle
ALS BUCH:
Hardcover
268 Seiten
Format: 135 x 225 mm
Auslieferung: ab 20. September 2017
D: 24,00 Euro A: 24,00 Euro CH: 27,00 CHF

ISBN (Print) 978-3-905689-64-8

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Pressekontakt des Verlages:

Ursi Anna Aeschbacher
+41 (0)32 3233631
aeschbacher(at)diebrotsuppe.ch

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Ursi Anna Aeschbacher
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